Vom mittelalterlichen Beinling zur modernen Modeikone
1. Die Anfänge: Schutz, Status & Funktion
Strumpfhosen haben eine faszinierende Geschichte – sie beginnt lange vor der modernen Modewelt.
Bereits im Mittelalter trugen Männer sogenannte Beinlinge: lange, eng anliegende Stoffschläuche aus Wolle oder Leinen. Sie wurden an der Unterwäsche befestigt und dienten hauptsächlich dem Schutz und der Wärme.
Mit zunehmender gesellschaftlicher Differenzierung wandelte sich ihre Funktion:
| Zeit | Verwendung |
|---|---|
| 13.–15. Jh. | Männermode, Schutz & Statussymbol (z. B. in Samt oder Seide) |
| 16.–18. Jh. | Prunkvolle, gestickte Strümpfe als Standesmerkmal |
| 19. Jh. | Frauen tragen lange Strümpfe unter Röcken, mit Strumpfhaltern befestigt |
2. Die Erfindung von Nylon: Der Gamechanger
Der große Durchbruch kam 1938 mit der Erfindung von Nylon durch DuPont (USA). Nylon war:
- Dehnbar, fein und erschwinglich
- Stabiler als Seide
- Schnell massentauglich
Bereits ab 1940 waren Nylon-Strümpfe ein Kassenschlager – vor allem in den USA.
Doch durch den Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion zugunsten militärischer Nutzung unterbrochen. Erst in den 1950er Jahren kehrten Nylonstrümpfe in die Mode zurück – und machten die Strumpfhose zum Alltagsprodukt.
Wer hat die Strumpfhose erfunden?
Die Strumpfhose wurde 1959 vom US-Amerikaner Allen Gant Sr. erfunden. Er kombinierte Strümpfe und Unterhose zu einem einzigen Kleidungsstück – der modernen Damenstrumpfhose, wie wir sie heute kennen. Die Textilfirma Glen Raven Mills brachte das Modell unter dem Namen Panti-Legs auf den Markt.
Laut Wikipedia wurde Gant von seiner Frau inspiriert, die in der Schwangerschaft nach einer bequemeren Alternative zu Strapsstrümpfen suchte.
3. Die 1960er: Minirock = Strumpfhosenboom
Mit dem Aufstieg des Minirocks ab 1965 (u. a. durch Mary Quant) wurde die klassische Strumpfhose unverzichtbar:
| Merkmale der Strumpfhosen-Revolution |
|---|
| Kombiniert Rockfreiheit mit Eleganz |
| Modisch & funktional zugleich |
| In bunten Farben & Mustern erhältlich |
Von diesem Moment an war klar: Strumpfhosen sind nicht nur notwendig – sie sind Teil eines modernen, femininen Looks.
4. 1980er bis heute: Vielfalt, Funktion & Fashion
In den 1980er Jahren kamen neue Materialien, Muster und Funktionen auf:
- Stützstrumpfhosen, Shaping-Funktionen
- Glanzstrumpfhosen im Aerobic-Trend
- Designer-Strumpfhosen bei Gucci, Fendi & Co.
- Blickdichte Modelle als modische Akzente im Streetstyle
Heute ist die Strumpfhose so vielfältig wie nie:
| Einsatzbereich | Typen & Trends |
|---|---|
| Alltag & Beruf | Semi-transparent, matt, hautfarben |
| Events & Fashion | Netz, Glanz, Print & Logomania |
| Winter & Komfort | Thermo, Wolle, Kaschmir |
| Umweltbewusstsein | Recyceltes Nylon, Bio-Baumwolle, Eco-Labels |
Heute ist die Strumpfhose so vielfältig wie nie – von semi-transparenten Alltagsmodellen über blickdichte Thermo-Varianten bis hin zu halterlosen Stay-ups, die ohne Strumpfband auskommen. Wer wissen möchte, welche halterlosen Modelle aktuell (2026) in Tests und bei Nutzern am besten abschneiden – mit Fokus auf Halt, Nachhaltigkeit und Inklusivität – schaut am besten in unseren frisch aktualisierten Vergleich: „Die besten halterlosen Strümpfe 2026 im Vergleich“.
5. Die Zukunft: Nachhaltigkeit & Innovation
Die jüngste Entwicklung bringt Strumpfhosen zurück zu ihren Wurzeln – nicht modisch, sondern materiell bewusst:
- Recyceltes Nylon (Econyl)
- Biologisch abbaubare Garne
- Transparente Produktionsketten
Hersteller wie Swedish Stockings, Kunert Blue oder Thought Clothing zeigen, wie nachhaltiger Chic funktioniert.
Mehr dazu im Beitrag Nachhaltige Strumpfhosen
Fazit: Die Strumpfhose bleibt – aber verändert sich
Was einst ein rein funktionales Kleidungsstück war, hat sich zur modischen Leinwand entwickelt: Die Strumpfhose ist heute Ausdruck von Stil, Haltung, Körperbewusstsein – und oft auch Nachhaltigkeit. Ihre Geschichte zeigt: Mode kann sich wandeln, aber gute Ideen bleiben bestehen.
