Wie bereite ich mich auf ein Fotoshooting vor?
Die meisten Frauen, die zu mir nach Olching kommen, schreiben mir ein paar Tage vor dem Termin noch einmal. Manchmal nur eine Frage zum Outfit. Häufiger ist es ein Satz wie: „Ich weiß gar nicht, wie ich mich vorbereiten soll.“ Dann atme ich kurz durch und schreibe zurück: weniger, als du denkst. Anders, als du denkst.
Vorbereitung auf ein Fotoshooting ist nicht Optimierung. Es ist Bühne räumen. Wenn du am Shootingtag ankommst und kein Kopf voller offener Punkte mehr da ist, beginnt das Shooting nicht erst mit dem ersten Klick — sondern in dem Moment, in dem du die Tür aufmachst. Genau dafür ist die Woche vorher gedacht.
Wie du dich auf ein Fotoshooting vorbereitest, ohne dich zu verstellen
Die häufigste Falle ist die: Frauen denken, ein Shooting verlange nach einer anderen Version von ihnen. Mehr Make-up, mehr Glamour, mehr Inszenierung. Das Gegenteil stimmt. Bilder, in denen du dich später wiedererkennst, entstehen genau dort, wo deine eigene Art noch sichtbar ist.
Wenn du im Alltag kaum Make-up trägst, wird ein roter Lippenstift dich beim Shooting nicht plötzlich befreien. Wenn du Spitze nicht magst, brauchst du sie nicht. Vorbereitung heißt nicht, eine Rolle zu lernen. Vorbereitung heißt, ein paar Entscheidungen so früh zu treffen, dass du sie am Shootingtag nicht mehr fällen musst. Das ist alles.
Die Woche davor: Ruhe statt Projekt
Eine Woche vor dem Termin ist nicht der Zeitpunkt, deinen Körper umzubauen. Keine neue Haarfarbe. Kein chemisches Peeling. Kein erstes Mal Selbstbräuner. Haut ist eigensinnig — sie reagiert genau dann, wenn man sie braucht.
Was tatsächlich hilft: das, was du sowieso tust. Reichlich Wasser. Genug Schlaf. Eincremen, wenn du sonst eincremst. Wenn deine Hände trocken werden, denk an die Hände — sie sind bei Portraits, Babybauchshootings und sinnlichen Bildern fast immer im Bild. Kein Lack ist besser als abgeplatzter Lack. Ein klarer Pflegelack wirkt auf Fotos ruhiger als jede laute Farbe.
Wenn du Make-up und Frisur ernsthaft planen willst, ist „Haare und Make-up fürs Fotoshooting“ der Artikel dafür. Hier reicht ein Satz: was du am Shootingtag trägst, sollte etwas sein, das du im Spiegel wiedererkennst.
Outfits zusammenstellen, nicht durchprobieren
Drei bis vier Looks. Mehr brauchst du nicht. Was du brauchst: dass jeder Look eine klare eigene Stimmung hat. Ein weicher Oversize-Pulli wirkt anders als ein körpernahes Kleid, eine schlichte weiße Bluse anders als feine Wäsche. Wenn du alle vier Outfits am Shootingtag das erste Mal ausprobierst, wirst du zwei davon nicht magst, sobald du dich im Spiegel siehst.
Zieh sie deshalb in Ruhe an. Setz dich darin hin. Geh ein paar Schritte. Bück dich. Was zwickt, wird zwicken. Was rutscht, wird rutschen. Tausch es aus, solange du noch Zeit hast. Wenn du tiefer in die Outfitfrage einsteigen willst — Farben, Schnitte, Materialien, was bei welchem Genre funktioniert — steht das in „Outfit fürs Fotoshooting: Was Frauen wirklich anziehen sollten“.
Der Tag vor dem Shooting
Pack die Tasche am Abend vorher. Nicht morgens, nicht zwei Stunden vorher. Outfits separat zusammengelegt, am besten in der Reihenfolge, in der du sie tragen willst. Dazu: passende Unterwäsche zu jedem Look (du wirst nicht jedes Mal die schwarze Spitze unter dem weißen Kleid sehen wollen), hautfarbene Basics für sichtbare Linien, einen Lippenpflegestift, eine Bürste, ein paar Haargummis und ein Wassergefäß. Wenn du Schmuck mitbringen willst, leg ihn dazu.
Trink an dem Abend etwas weniger Alkohol als üblich. Nicht aus Disziplin — sondern weil geschwollene Augen am Morgen sich nicht wegretuschieren lassen. Geh ungefähr zu deiner normalen Zeit ins Bett. Wer um Mitternacht noch mit der Schwester telefoniert, weil „das ja noch entspannt“, wacht später müde auf.
Und: Haargummis nicht zu eng tragen. Druckspuren am Handgelenk halten Stunden. Das gilt für enge BH-Träger genauso.
Der Morgen davor: Was du isst, was du anziehst, wann du losfährst
Iss etwas. Wirklich. Frühstück muss nicht groß sein, aber ein leerer Kreislauf in einem Shooting, das zwei, drei Stunden geht, ist keine gute Idee — du frierst schneller, deine Mimik wird flacher, du wirst ungeduldig mit dir selbst. Brot mit Avocado, Joghurt mit Obst, ein paar Nüsse: irgendwas, das nicht im Bauch liegt, aber trägt.
Zieh zur Anreise etwas Bequemes an, das keine Druckstellen hinterlässt. Ein lockerer Pulli und eine weite Hose sind besser als ein enger Pullover, dessen Bündchen sich am Unterarm einarbeitet. Wenn du schon geschminkt anreisen willst, mach es einfacher als gedacht — das letzte Make-up entsteht oft noch direkt vorm Shooting.
Plan beim Losfahren mindestens 20 Minuten Puffer ein. Wer von Fürstenfeldbruck, Gröbenzell, Eichenau oder aus München-West nach Olching fährt, kennt die S4 — und weiß, dass die nicht jeden Morgen pünktlich ist. Hektisch ankommen, parken suchen, mit einem „Sorry, der Stau“ hereinplatzen — das zieht sich durch die ersten zwanzig Minuten Shooting durch. Lieber vorher in Ruhe einen Kaffee an der Amper.
Was in die Tasche gehört (kurz)
- Die 3–4 Outfits, gebügelt, einzeln gefaltet
- Passende Unterwäsche zu jedem Look, plus hautfarbene Basics
- Lippenpflege, kein Lipgloss-Set
- Bürste, ein paar Haargummis und Klammern
- Eine Wasserflasche, weil du sie sonst nicht trinkst
- Persönliche Stücke, die du im Bild willst — Schmuck, ein Hemd von ihm, ein Tuch von deiner Mutter
Die mentale Vorbereitung — der Teil, den fast alle unterschätzen
Du musst nicht wissen, wie man posiert. Du musst nicht fotogen sein im klassischen Sinn. Was du mitbringen darfst, ist eine Antwort auf eine einzige Frage: Warum machst du das?
Vielleicht ist es eine Lebensphase, die du festhalten willst — die Schwangerschaft, der Übergang in die Vierzig, das Jahr nach der Trennung. Vielleicht willst du dich noch einmal weich erleben, oder noch einmal stark. Vielleicht ist es ein Geschenk an dich selbst, nachdem du dich monatelang nicht im Spiegel gesehen hast. Was auch immer es ist — wenn du es kennst, wird alles vor der Kamera klarer.
Schreib es nicht für mich auf. Schreib es für dich auf. Ein Satz reicht. Dieser eine Satz hält dich, wenn du auf halber Strecke denkst, dass du gerade nicht so aussiehst, wie du wolltest.
Nervosität gehört dazu
Wenn du angespannt ankommst, ist das normal. Es bedeutet, dass dir der Termin etwas wert ist. Anspannung verschwindet meistens in den ersten zehn, fünfzehn Minuten — wir reden erst, schauen die Outfits durch, machen Bilder, die nicht zählen. Wenn du tiefer einsteigen willst, wie du mit Nervosität am Tag selbst umgehst, habe ich das in „Erstes Fotoshooting: So überwindest du Nervosität, Selbstzweifel und das Ich-weiß-nicht-wohin-mit-den-Händen-Gefühl“ ausführlich aufgeschrieben.
Wenn du grundsätzlich daran arbeitest, dich vor der Kamera anders zu erleben, ist „Fotoshooting für mehr Selbstbewusstsein“ der richtige Einstieg.
Wenn du noch nie vor einer Kamera standest
Dann bist du in der besseren Ausgangslage als du denkst. Routinierte Selbstdarstellung sieht man Bildern an. Echte Präsenz auch. Ich nehme dich durch das Shooting — wann du wohin schaust, wie du dich hinstellst, was deine Hände tun. Posing ist mein Job, nicht deins.
Was du zu Hause schon tun kannst, kostet zehn Minuten: Stell dich vor einen Spiegel, atme dreimal tief ein und aus, beobachte, wie deine Schultern fallen. Schau, wie dein Gesicht wirkt, wenn du nichts festhältst. Nicht kritisch. Einfach freundlich. Das ist alles.
Wenn du Wünsche oder Grenzen hast — bei Boudoir oder sinnlichen Bildern besonders — sprich sie offen vorher an. Vor dem Termin, schriftlich. Bei mir steht das auch in einer Vereinbarung, damit klar ist, was im Bild ist und was nicht. Vertrauen entsteht nicht im Studio. Vertrauen entsteht davor.
Vorbereitung ist Selbstfürsorge
Ein Fotoshooting kann ein Termin im Kalender sein. Es kann aber auch der Moment sein, an dem du dir nach Monaten wieder Raum gibst. Welche Variante es wird, entscheidet sich nicht vor der Kamera — sondern in der Woche davor.
Wenn du ausgeruht kommst. Wenn deine Outfits ohne Drama passen. Wenn du weißt, warum du da bist. Wenn die Anreise nicht gehetzt war. Dann ist sehr viel gewonnen, bevor der erste Klick gemacht wird. Den Rest — Licht, Pose, Blick — übernehme ich. Und der ganze Plan davor war im Grunde nur dazu da, dass du loslassen kannst, sobald wir loslegen.
Wenn du den großen Bogen über Vorbereitung, Ablauf, Kosten und Locations rund um Fotoshootings in München und Olching brauchst, ist der Komplett-Guide der bessere Startpunkt — er bündelt alles in einem Überblick.
Und was passiert, wenn du den Termin doch nicht wahrnehmen kannst? Alles zu Absage, Ausfallhonorar und Stornofristen liest du hier.