Plus-Size-Fotoshooting in München & Olching: Bilder, die jede Größe feiern
Die Anfrage kommt fast immer mit demselben Halbsatz: „Ich weiß nicht, ob das mit meiner Figur überhaupt geht.“ Dann folgt eine vorsorgliche Entschuldigung, manchmal eine Größenangabe in Klammern, manchmal ein Foto, das schon den Eindruck vermitteln soll, dass die Frau Verständnis hat, falls ich absage.
Ich sage nicht ab. Ich habe in den letzten Jahren fast genauso viele Frauen jenseits von Größe 42 fotografiert wie darunter, und die Bilder, die danach am stärksten gewirkt haben, kamen nicht selten aus dieser Gruppe. Trotzdem schreibe ich diesen Beitrag, weil die Frage zu oft im Raum steht und es Zeit wird, sie deutlich zu beantworten.
Was „Plus Size“ für mich nicht heißt
Der Begriff selbst ist eine Marketing-Erfindung der Modeindustrie, kein medizinischer Maßstab. In Deutschland beginnt „Plus Size“ je nach Hersteller bei Größe 42, manchmal erst bei 46. Das ist Quatsch. Es gibt Frauen mit Größe 38, die sich wie 50 fühlen, weil sie in einer Familie aufgewachsen sind, in der das geltende Schönheitsideal zwei Nummern kleiner war. Und es gibt Frauen mit Größe 50, die mehr Selbstvertrauen vor der Kamera haben als die meisten Models.
Ich nutze den Begriff hier trotzdem, weil er die Suchanfrage abbildet, mit der diese Frauen mich finden. Aber für die Arbeit selbst gilt: Eine Frau ist eine Frau. Die Aufgabe, sie schön zu zeigen, ist immer dieselbe. Was sich ändert, sind ein paar handwerkliche Entscheidungen — Licht, Winkel, Pose — und genau die erkläre ich gleich.
Die drei Mythen, die ich am häufigsten höre
Bevor wir zur Praxis kommen, ein paar Sätze zu den Vorstellungen, die viele Frauen in die erste Mail schreiben. Sie sind alle falsch, aber sie halten sich hartnäckig.
„Ich brauche eine spezielle Kamera oder einen speziellen Fotografen.“ Du brauchst einen Fotografen, der Frauen fotografiert. Punkt. Ein guter Portraitist arbeitet mit jedem Körper. Die Idee, dass man eine eigene Spezialisierung dafür braucht, ist eine Erfindung von Fotografen, die sich damit ein Nischenfeld bauen wollten. Bei mir gibt es keine „Plus-Size-Sondersession“ mit eigenen Preisen oder eigenem Workflow. Du buchst dasselbe Boudoir-, Portrait- oder Sinnlich-Paket wie jede andere Kundin.
„Schwarz schlankt, sonst funktioniert nichts.“ Stimmt zur Hälfte. Schwarz funktioniert. Genauso funktionieren tiefe Burgunder-Töne, Marineblau, Petrol, gedecktes Rot. Was du tatsächlich vermeiden solltest, sind grelle Pastelltöne in dünnem Stoff — die wirken bei jeder Figur unvorteilhaft, nicht nur bei deiner. Mehr dazu im Beitrag Outfit fürs Fotoshooting, der Outfit-Empfehlungen unabhängig von der Größe macht.
„Auf den Bildern werde ich am Ende glatt geschoben.“ Bei mir nicht. Ich retuschiere Hautstörungen, einzelne Haare, manchmal einen leichten Farbstich. Ich modelliere keine Körper. Wer zu mir kommt, soll sich auf den Bildern wiedererkennen. Wenn du nach einem Shooting mit zehn Kilo weniger aus dem Bildschirm strahlst, hast du die falschen Bilder gebucht — und ich war’s nicht.
Was bei Plus-Size-Shootings handwerklich anders ist
Hier wird es konkret. Drei Dinge ändern sich, wenn ich eine kurvigere Frau fotografiere — und es lohnt sich, sie zu kennen, weil du sie auf Bildern, die du anderswo bekommst, oft vermisst.
Lichtsetzung
Die meisten Studio-Setups arbeiten mit einem großen, weichen Hauptlicht von vorne oben. Das funktioniert für schlankere Gesichter sehr gut, kann aber bei runderen Gesichtern alles „platt“ wirken lassen. Bei Plus-Size-Shootings nutze ich häufiger Seitenlicht — eine Lichtquelle leicht versetzt zur Kamera, manchmal mit einem Reflektor auf der Schattenseite, manchmal ohne. Das schafft Tiefe im Gesicht und am Körper. Konturen, statt Pfannkuchen.
Outdoor läuft es ähnlich. Statt frontal in die helle Sonne, suchen wir den Halbschatten an der Amper, eine Allee, in der das Licht durch die Blätter bricht, oder den Sonnenuntergang als Gegenlicht.
Posing
Posing ist bei jeder Frau wichtig, aber bei kurvigeren Frauen wird es zur Hauptsache. Drei Grundprinzipien, die ich am häufigsten anwende:
- Asymmetrie. Beide Beine fest auf dem Boden, beide Schultern gleich hoch — das wirkt blockig. Ein leichtes Versetzen, ein Bein vor dem anderen, eine Schulter etwas tiefer als die andere, sofort wirkt die ganze Linie weicher.
- Trennung. Arme nicht eng am Körper, sondern leicht gelöst. Hand nicht in der Hüfte, sondern an der Schläfe oder im Haar. Wo Arm und Rumpf sich trennen, entsteht eine Silhouette.
- Drehung. Statt frontal zur Kamera ein paar Grad seitlich. Die Kombination aus Drehung und leicht erhobenem Kinn ist die universellste schmeichelhafte Pose, die es gibt.
Das klingt nach viel. In der Praxis sind das drei Mikro-Bewegungen, die ich dir am Tag selbst zeige und korrigiere. Du musst sie nicht auswendig lernen.
Bildwinkel und Brennweite
Wer schon einmal von oben fotografiert wurde, weiß: Das ist die schmeichelhafteste Perspektive, die es gibt — egal bei welcher Körpergröße. Bei Plus-Size-Shootings nutze ich diese Perspektive häufiger, vor allem für Portraits und ruhige Studio-Aufnahmen. Eine 50mm- oder 85mm-Festbrennweite verzerrt nicht und gibt natürliche Proportionen. Was ich vermeide: ultraweit (24mm und kürzer), weil das Hände und Beine im Vordergrund verzerrt aufbläst.
Outfits, die wirklich funktionieren
Hier verzichte ich auf die übliche Liste mit „vermeidet horizontale Streifen“. Dafür ein paar Punkte, die in der Praxis tatsächlich helfen.
Stoff vor Schnitt. Ein gut sitzendes Kleid aus dickerem Crêpe oder einem Wollmix sieht auf Bildern fast immer besser aus als ein „schlanker“ Schnitt aus dünnem Polyester, das sich an jeder Stelle abzeichnet. Wenn du ein Outfit ausprobierst, mach den Sitz-Test: Setz dich, steh auf, schau, ob der Stoff sich glatt zieht oder Falten wirft.
Hochwertige Lingerie für Boudoir-Sessions. Plus-Size-Lingerie ist in den letzten Jahren ein eigener Markt geworden. Marken wie Lascana, Ulla Popken oder international Curvy Kate machen Stücke, die nicht nur „größer“ sind, sondern auch im Sitz mitdenken. Spitze in Burgunder, gedeckten Rot- oder Schokoladentönen funktioniert vor der Kamera besser als jedes Schwarz mit Strass. Wenn dir das Wort Boudoir noch fremd ist, hilft Wie läuft ein Boudoir Shooting ab? für eine ehrliche Beschreibung des Ablaufs.
Lagenlook für Lifestyle-Sessions. Ein offenes Hemd über einem ruhigen T-Shirt. Ein Strick-Cardigan über einem hochgeschlossenen Top. Lagenlooks geben dem Auge Anhaltspunkte und Strukturen, statt eine einzelne große Fläche zu bilden. Funktioniert bei jedem Wetter, jedem Anlass.
Schuhe nicht unterschätzen. Spitze Schuhe mit kleinem Absatz strecken jede Silhouette. Das gilt nicht nur für Plus-Size, aber dort fällt es besonders auf. Wer auf Absätze keine Lust hat, nimmt schmale Ankle-Boots.
Was du bei mir konkret erwarten kannst
Eine ehrliche Vorab-Beratung. Wir reden vorher über Bildwelt, Outfits, was du nicht magst. Wenn du mir schreibst, dass du dich auf Profil-Bildern furchtbar findest, machen wir gemeinsam einen Plan, der das berücksichtigt. Das kostet zwanzig Minuten Telefonat und spart dir am Shooting-Tag viel Unsicherheit.
Ein ruhiger Einstieg. Niemand startet kalt mit der schwierigsten Pose. Wir reden, ich zeige dir das Studio, du ziehst dich um, wir machen ein paar Test-Aufnahmen, die nicht zählen. Was viele unterschätzen, ist, wie sehr die ersten zehn Minuten den Rest des Shootings prägen. Mehr dazu in Erstes Fotoshooting: So überwindest du Nervosität.
Echte Anleitung. Ich erwarte nicht, dass du modelst. Posing ist mein Job, nicht deins. Wenn du nicht weißt, wo deine Hände hin sollen, sage ich dir, wo sie hin sollen.
Bilder, die du wiedererkennst. Du bekommst Bilder, die deine Statur zeigen, nicht eine glatte Version davon. Wenn du eine bewusst schlankere Bearbeitung möchtest, sage es im Vorgespräch, dann sprechen wir konkret darüber. Standard ist ehrliches Licht und ehrliche Bearbeitung.
Locations, die ich für Plus-Size-Sessions besonders empfehle
Bei Outdoor-Shootings rund um Olching habe ich ein paar Locations, die besonders gut funktionieren. Die Auwald-Wege an der Amper bei Geiselbullach bieten weiches, gefiltertes Licht. Das gibt natürliche Lichtverläufe auf der Haut und auf Stoff. Die Felder Richtung Eichenau geben dir einen ruhigen, weiten Horizont, der nicht ablenkt. Wenn dir Outdoor zu offen ist, geht das Studio in Olching genauso — manchmal sogar besser, weil die Lichtkontrolle dort höher ist.
Was ich für die ersten Shootings selten empfehle: stark frequentierte Locations wie der Englische Garten oder der Marienplatz. Nicht weil sie nicht funktionieren, sondern weil viele Frauen sich beobachtet fühlen, was die Bildwirkung sofort verändert. Wer entspannt vor der Kamera sein soll, soll nicht alle zwei Minuten einen Spaziergänger neben sich haben.
Häufige Fragen, die mich erreichen
Soll ich vor dem Shooting noch abnehmen?
Nein. Erstens funktioniert das selten in den Wochen, die typischerweise zwischen Buchung und Termin liegen. Zweitens — und das ist wichtiger — willst du Bilder von dir, wie du gerade bist. Ein Shooting, das du dir erst „gönnen darfst, wenn du fünf Kilo weg hast“, verschiebst du am Ende auf nie. Ich habe Frauen erlebt, die zehn Jahre lang auf diese fünf Kilo gewartet haben und am Ende froh waren, dass sie’s nicht getan haben, sondern sich so haben fotografieren lassen, wie sie waren.
Brauche ich Erfahrung als Modell?
Nein. Über siebzig Prozent meiner Kundinnen haben vorher noch nie professionell vor einer Kamera gestanden. Ich übernehme die Anleitung. Wenn du diesen Beitrag liest, hast du wahrscheinlich genau die Mischung aus Neugier und Vorsicht, die für ein gutes Shooting reicht.
Können wir es zuhause machen?
Ja. Home Shootings funktionieren bei vielen Frauen am besten — die vertraute Umgebung nimmt die Hürde noch einmal. Wie das abläuft und wann es Sinn ergibt, beschreibe ich in Home Shooting Fotografie für Frauen zuhause.
Was kostet das?
Dasselbe wie bei jeder anderen Kundin. Plus-Size ist bei mir kein Aufpreis. Die Preisrahmen für die einzelnen Genres habe ich in Was kostet ein Fotoshooting in München? aufgeschlüsselt.
Wo schaue ich mir Beispielbilder an?
Auf der jeweiligen Service-Seite — Portrait, Boudoir, Sinnliche Fotografie. Wenn du etwas Bestimmtes brauchst, was öffentlich nicht zu sehen ist, schick mir eine Anfrage. Bei vielen Kundinnen darf ich ausgewählte Bilder im persönlichen Gespräch zeigen, auch wenn sie online nicht stehen.
Wenn du gerade noch zögerst
Die meisten Frauen, die mir eine erste, vorsichtige Anfrage schicken, sind eine Stunde später froh, dass sie es getan haben. Nicht, weil ich sie überrede — ich rede niemanden in ein Shooting hinein, das nicht zu ihm passt. Sondern weil sie nach dem Erstgespräch merken, dass die Sorgen, mit denen sie gekommen sind, im Gespräch beantwortet werden, statt am Tag des Shootings.
Falls du dich tiefer mit dem Selbstbild-Thema beschäftigen willst, bevor du eine Anfrage schickst, hilft dir Fotoshooting für mehr Selbstbewusstsein. Falls du gerade alle Genres durchgehen willst, ist der Komplett-Guide für Fotoshootings in München und Olching die längere Antwort.
Plus Size ist kein Sonderfall in meinem Studio. Es ist nur eine andere Statur, mit anderen Lichtwinkeln, anderen Outfit-Hebeln, anderer Posing-Logik. Die Bilder, die dabei entstehen, unterscheiden sich qualitativ in nichts von denen, die ich für Frauen mit Größe 36 mache. Falls dir das je jemand anders gesagt hat, hat er entweder selbst nicht genug fotografiert oder Vorurteile, die du nicht teilen musst.